Fälschungen von Handelsmünzen

Sehr beliebt bei Fälschern ist der „US Trade Dollar“. Er war früher Zahlungsmittel von verschiedenen Ländern, um die Abwicklung im Handel innerhalb dieser Länder zu erleichtern. Das bedeutete, alle Münzprägestätten dieser Länder hatten das Recht, die „US Trade Dollars“ zu prägen. Es gab damals unterschiedlichste Legierungen für Umlaufmünzen. Es gab Münzen mit 800 ‰ Silber, aber auch welche mit 900 ‰ Silber. Der Silbergehalt variierte von Land zu Land.

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Was sind LBMA Barren und wer benötigt sie?

Viel Unsinn ist über diese „misteriösen Goldbarren“ im Umlauf. Wir klären in diesem Blog einmal über das Verwirrspiel auf.

LBMA Barren benötigt man ausschliesslich im Börsengeschäft. Die allgemeine Handelsfähigkeit von Goldbarren für den Handel mit Verbrauchern als Investmentbarren regelt nicht die LBMA, die allgemeine Handelsfähigkeit wird vielmehr international durch Vorgaben für Anlagemetalle aus Edelmetallen geregelt und nicht durch die Mitgliedschaft in einer privaten Organisation, wie der LBMA.
Was sind LBMA Barren und wer benötigt sie LBMA Barren und Handelsfähigkeit

400 Unzen LBMA Standardbarren

Es sind Spezialbarren – die von Herstellern vertriebenen Anlagebarren sind keine LBMA Barren

LBMA Barren sind ausschliesslich spezielle Goldbarren für Transfers grösseren Umfangs durch institutionelle Händler wie Staaten, Regierungen, Zentralbanken, Großbanken, sowie Scheideanstalten mit grossen Handelsvolumina usw.

Die Übertragungen der Goldmengen raffinierter Feinmetalle, wurden durch international gültige Regeln für die Lieferanten einfacher und schneller. Man gründete dazu eine Händlergemeinschaft. Die sog. LBMA, die London Bullion Marketing Association. Sie regelt als private Institution die weltweiten Edelmetalltansfers zu den Börsenplätzen in London, Dubai, New York, u.a. Dazu wurde das Gewichtsmaß für LBMA Barren auf 400 Unzen festgelegt. Das vereinfachte den physischen Transport und beim Empfänger die Prozedur zur Notierung der erhaltenen Feingehaltsmenge. Man wusste nun weltweit, worüber man  sprach, wenn man direkt am Börsengeschäft für Edelmetalle teilnahm.
Diese Barren müssen jedoch nicht zwangsläufig die höchstmöglichen Feingehalte aufweisen. Vielmehr werden auch Qualitäten von 995,0 – 999 – 999,5 – 999,9 akzeptiert. Also auch Qualitäten die Verbraucher nicht ohne Widerspruch erwerben wollten. Der Erzeuger stempelt die jeweiligen Feingehalte auf. Gutschriften erfolgen dann nach Feingehalt.

Edelmetallhandel erfolgt weltweit im Tonnenbereich.

Um standardisierte Stücke virtuell und schnell handeln zu können hat die „London Barren Markt Vereinigung“  LBMA, mit den Standardbarren ein Qualitäts- und Grössenmaß festgelegt, das diesen Handel international ermöglicht. Grosse Scheidbetriebe lassen ihre eigenen LBMA Barren an der Londoner Edelmetallbörse zu, um am Börsenhandel teilnehmen zu können. Dazu wird dort ein hoher MIndestmetallumsatz an Standard-Goldbarren verlangt. Diese grossen Handelsvolumina von vielen hundert Kilo/Monat machen es kleineren Raffinerien oft unmöglich der Händlergemeinschaft beizutreten, was wiederum im Interesse der Bigplayer ist, denn es dient auch als Marketingwerkzeug. Es gibt allerdings weltweit ungefähr gleich viele Raffinerien die diese Grossbarren nicht erzeugen, wie LBMA Mitglieder.

LBMA Barren – Für den Verbraucherhandel viel zu gross

Standard LBMA Barren sind mit einem Barrengewicht von  12,44kg  = 400oz für private Investoren aus naheliegenden Gründen viel zu gross. Mit einem Kurs von 413.008,– Euro/Stück  am 09.10.2018 spielen sie daher im täglichen Edelmetallhandel mit Endverbrauchern keine Rolle.

Scheideanstalten scheiden diese Barren oft wieder

Mit oft nur 995‰ haben LBMA Barren häufig geringere Feingehalte als die üblichen Handelsbarren. Für den Verbraucherhandel müssen sie dann aus diesem Grund erneut auf die heute übliche Reinheit von 999,9 gebracht werden. Ein aufwendiges und teures Prozedere.

Keine Annahme durch Banken

Scheideanstalten raffinieren die Standard LBMA Barren erneut zu Feingold 999,9. Banken nehmen sie von Privatlieferanten nicht an. Beim Ankauf von LBMA Standardbarren als Einzelstück an Gold- und Silberscheideanstalten fallen dadurch regelmäßig Scheidekosten für die Raffination auf die Qualität 4N an.

Goldbarren des täglichen Gebrauchs, wie sie für Händler, Verbraucher oder Privatanleger üblich sind, sollten möglichst einen aufgeprägten Feingehalt von mindestens 999,9‰ aufweisen, und von einer öffentlichen Scheideanstalt wie z.B. der Norddeutschen Edelmetall Scheideanstalt oder anderen Edelmetallerzeugern stammen.

Die moderne Scheidetechnik erreicht heute zumeist einen Feingehalt von 999,9‰ . Die Norddeutsche Edelmetall Scheideanstalt in Norderstedt kann auch noch höhere Goldfeingehalte von bis zu
999,99 = 5N
erreichen.

Institutioneller Barrenhandel und Handelsfähigkeit