LBMA Barren und Handelsfähigkeit

Wozu gibt es die  LBMA Barren und wer benötigt sie?

Sie werden ausschliesslich für den institutionellen Handel im Börsengeschäft benötigt. (z.B. Regierungen, Zentralbanken, die Bundesbank, Banken, Scheideanstalten mit grossen Handelsvolumina)

Zu groß für Privatpersonen

LBMA-Barren-gestapelt-160

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Die LBMA Standardbarren sind mit einem Barrengewicht von  12,44kg  = 400oz für private Investoren viel zu gross. Mit einem Kurs von 436.000.- Euro/Stück  am 01.08.2017 spielen sie daher im täglichen Edelmetallhandel mit Endverbrauchern keine Rolle. Außerdem weisen sie mit oft nur 995‰ geringere Feingehalte als die üblichen Handelsbarren auf. Sie werden für den Verbraucherhandel in kleineren Stücken sogar erneut auf die heute übliche Reinheit von 999,9 geschieden.

Edelmetallhandel erfolgt weltweit im Tonnenbereich. Um standardisierte Stücke virtuell und schnell handeln zu können, hat die „London Barren Markt Vereinigung“  LBMA, mit den Standardbarren ein Qualitäts- und Grössenmaß festgelegt, was diesen Handel international ermöglicht. Große Scheidbetriebe lassen ihre Barren an der Londoner Edelmetallbörse zu, um am weltweiten Börsenhandel teilnehmen zu können. Dazu muss dort jedoch ein MIndestmetallumsatz an Standard-Goldbarren abgewickelt werden, der bei mehreren hundert Kilogramm/Monat liegt.

Für den Handelswert der Goldbarren ist es unerheblich, ob LBMA Produzenten beteiligt sind. Feingold ist Feingold. Handelsfähige Goldbarren des täglichen Gebrauchs sollten jedoch mindestens einen aufgeprägten Feingehalt von mehr als 999 aufweisen. Durch die moderne Scheidetechnik weisen Goldbarren heute zumeist einen Feingehalt von 999,9‰ (4N oder 4 Neuner) auf. Die Norddeutsche Edelmetall Scheideanstalt in Norderstedt erzeugt auf speziellen Wunsch und mit zusätzlichen Gebühren auch noch höhere Goldfeingehalte von 999,99 = 5N.

Keine Annahme durch Banken

In den Handel gebrachte LBMA Standardbarren werden darum in Scheideanstalten wieder zu Feingold mit 999,9‰ raffiniert. Banken nehmen sie von Privatlieferanten nicht an. Diese Barren sind ausschließlich dem institutionellen Handel vorbehalten. Die London Bullion Market Association (LBMA) regelt nicht nur die Qualität der Standard-Barren, sondern auch in Zusammenarbeit die Lagerung und Verfügbarkeit für die Marktteilnehmer. Beim Ankauf von LBMA Standardbarren als Einzelstücke an Gold- und Silberscheideanstalten fallen regelmäßig Scheidekosten für die Raffination auf die Qualität 4N an.

Handelsfähigkeit von Goldbarren:

Für Endverbraucher wichtiger sind die gesetzlichen Regeln für die Mehrwertsteuer-Befreiung von Anlagegold. Diese ist im §25c des Umsatzsteuergesetzes für die Bundesrepublik Deutschland geregelt. Dieses Gesetz besagt, dass Goldbarren oder Goldmünzen als Anlagegold gilt, wenn sie:

  1. Gold in Barren– oder Plättchenform mit einem von den Goldmärkten akzeptierten Gewicht und einem Feingehalt von mindestens 995 Tausendstel sind
  2. oder Goldmünzen sind, die einen Feingehalt von mindestens 900 Tausendstel aufweisen, nach dem Jahr 1800 geprägt wurden, in ihrem Ursprungsland gesetzliches Zahlungsmittel sind oder waren und üblicherweise zu einem Preis verkauft werden, der den Offenmarktwert ihres Goldgehalts um nicht mehr als 80 Prozent übersteigt.
Damit sind die LBMA-Barren auch von dieser MwSt.-Befreiung umfasst. Aber ebenso alle Goldbarren, die in den üblichen Gewichten wie 1g, 5g, 10g, 20g, 31,1g, 50g, 100g, 250g, 500g, 1.000g daher kommen. Außerdem natürlich alle Goldmünzen, die zu Geldanlagezwecken hergestellt werden oder wurden und nicht zu sehr hohen Sammlerwerten (80% über dem Goldwert) gehandelt werden.

Beim Goldankauf unterschiedliche Ankaufspreise je Barren?

Wenn Edelmetallhändler also unterschiedliche Preise beim Ankauf durchsetzen wollen, bezieht sich das meist auf den Aufwand, der ihnen beim Verarbeiten oder Wiederverkauf der Stücke entstehen könnte. Es hat in der Regel nichts mit der LBMA-Handelsfähigkeit von Goldbarren oder Goldmünzen zu tun. Das ist ein vorgeschobenes Argument, denn auch LBMA-Barren verursachen den gleichen Prüfaufwand, weil Fälschungen im Umlauf sind. Auch Hersteller, die LBMA-Mitglieder sind, stellen Barren unterschiedlichster Größe für den Endverbraucher her und diese Barren werden beim Verkauf oder Ankauf einzeln geprüft und untersucht.
 
Preisabschläge für den Ankauf von Goldbarren werden z.B. aufgerufen, wenn Kunden Barren verkaufen wollen, die nicht mehr original-verpackt sind, die aus älteren Beständen stammen, die von fremden Herstellern stammen oder auch leichte Beschädigungen wie Kratzer aufweisen.

Es gibt keinen einheitlichen Goldankaufspreis

Der Ankaufspreis unterscheidet sich bei jedem Edelmetallhandel, ob Bank oder Händler, und bezieht sich nicht auf die LBMA-Handelsfähigkeit, die es in diesem Sinne gar nicht gibt. Er entsteht in der Regel durch die geltende Börsennotation, die dem Händler für den Rohstoff Gold zur Verfügung steht. Dabei sind Kosten für den Handelsweg über Broker einzukalkulieren. Und dann greifen natürlich auch alle Kosten rund um die betriebswirtschaftlichen Gegebenheiten des einzelnen Händlers wie Kursrisiko, Geschäftslage, Mitarbeiter, Werbekosten, Lagerung, Versicherung, etc.
 

So finden Sie den besten Goldankaufspreis für Barren oder Münzen:

 
Für Kunden sollte daher gelten, dass sie sich nur auf nachvollziehbare Gründe für einen Preisabschlag einlassen sollten. Stimmt das Gewicht nicht mehr, ist der Barren tatsächlich beschädigt und damit nicht mehr wiederverkäuflich, sind solche Abschläge üblich. Weitere Abschläge aus anderen Gründen sollten Sie im Preisvergleich für den Goldbarren-Ankauf aufdecken und hinterfragen.
 
 

Gold bleibt Gold, alles andere ist Papier.