Fälschungen von Handelsmünzen

Sehr beliebt bei Fälschern ist der „US Trade Dollar“. Er war früher Zahlungsmittel von verschiedenen Ländern, um die Abwicklung im Handel innerhalb dieser Länder zu erleichtern. Das bedeutete, alle Münzprägestätten dieser Länder hatten das Recht, die „US Trade Dollars“ zu prägen. Es gab damals unterschiedlichste Legierungen für Umlaufmünzen. Es gab Münzen mit 800 ‰ Silber, aber auch welche mit 900 ‰ Silber. Der Silbergehalt variierte von Land zu Land.

Echt oder schlecht?

900‰ Silber und 27,2 Gramm waren zwei Angaben, die ein echter „Trade Dollar“ erfüllen musste. Er war 0,5 Gramm schwerer als der seinerzeit sich im Umlauf befindliche Morgan und Liberty Silver Dollar. Er wurde in Philadelphia, San Francisco und Carson City geprägt. Den TD aus Philadelphia erkannte man daran, dass er keinen Münzbuchstaben hatte. Der TD aus San Francisco hatte ein „S“ für seine Prägestätte. Den TD aus Carson City erkannte man an einem „C“. Alle anderen Dollars, die leichter oder kleiner waren, waren eine Fälschung. Aus dem auf Fälschungen spezialisierten Land „China“ stammen sehr viele Münz- und Barrenfälschungen. Es ist fast schon ein eigenes Fachgebiet, wenn man alle Fälschungen dieses Trade Dollar zuordnen möchte.

Pfeilspitzen müssen sitzen

Fälschungen von Handelsmünzen
Fälschungen von Handelsmünzen

Wenn man mit Adleraugen schaut, dann kann man an dem Revers-Motiv sein Augenmerk auf die Pfeilspitzen richten, die der US Adler in der linken Klaue hält. Es sind drei Pfeile, also drei Spitzen. Die unterste Pfeilspitze muss mittig über der Zahl „2“ von der Subline „420 GRAINS 900 FINE“ unter dem Adler sitzen. Tut sie das nicht, liegt sie einen Zacken zu weit über der Null, kann man davon ausgehen, dass es eine Fälschung ist. Eine Materialanalyse und Überprüfung des Gewichts sind dann angezeigt und werden dann als weitere Mängel den Verdacht bestätigen.

Gussfälschung

Fälschungen von Handelsmünzen
Fälschungen von Handelsmünzen

Auch bei dem Blick auf die Spitzendarstellung der Banderole lohnt sich der akribische Blick. Es gibt zwei gültige Varianten. Die Spitzen der Banderole müssen entweder nach unten oder nach rechts zeigen. Verlaufen die Spitzen ins „Nirwana“ kann man sich wieder daran machen, die Legierung der Münze zu messen. Entweder ist diese Münze so starken Gebrauchsspuren erlegen, dass sie echt ist, aber dieses Detail verloren gegangen ist. Dann muss sie einen Silbergehalt von 900‰ Ag aufweisen. Oder aber sie besteht aus Fälschungsmetall, dann handelt es sich um eine „Gussfälschung“. Gegossene Münzen zeigen immer ein sehr viel unschärferes Prägebild, da die Oberflächen nicht mit scharfen Typen bei hohem Druck eingestanzt sind, sondern beim Guß durch Einbettmassen, Flussschrumpfungen, Reinigung von der Einbettmasse, ggf Abstrahlvorgängen oder Polituren nivelliert werden.

Der Teufel sitzt im Detail

Die „Sitzende Liberty“ auf der Vorderseite hält in ihrer linken Hand einen Zweig. Auch gibt es Unterschiede in der Darstellung der Anzahl ihrer Finger. Es gibt die „drei Finger Variante“ und die „4 Finger Variante“.  Die jeweiligen 3 oder 4 Fingervarianten die auch die echten Münzen zeigen, müssen jedoch zur jeweiligen Münzgegenseite der echten Münzen und deren Prägestätten passen.

Die Münzabteilung der Norddeutschen Edelmetall Scheideanstalt verfügt auch hier über entsprechende Expertisen um derartige Fälschungen sicher zu identifizieren.

Woraus war der gefälschte Silberdollar ?

 
gefaelschter-Silberdollar
gefaelschter-Silberdollar

Nebenstehend sehen Sie die zerstörungsfreie Analyse per RFA, die uns eine Legierung aus Eisen, Nickel und Kupfer anzeigt.

Solche Analysen sind im Edelmetallhandel üblich und können in der Scheideanstalt ausgeführt werden. Anstatt dieser hochtechnischen Lösung hätte man aber speziell bei diesem Beispiel mit einem Magneten die Fälschung bereits aufgedeckt. 😉

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